Stifte weg!
Wie die regelmäßige Ablesung von Verbrauchswerten spartenübergreifend digitalisiert werden kann, zeigt der Einsatz von pixometer team beim größten kommunalen Wohnungsanbieter Kölns.
Trotz umfangreicher Bemühungen, Verbrauchszähler zu digitalisieren, ist die Zählerstandserfassung in großen Liegenschaften heute vielfach noch „Handarbeit“. Auch bei der GAG Immobilien AG mussten bis zum vergangenen Jahr für jede Ablesung mit Schreibmaterial bewaffnete Hausmeister:innen die Quartiere des größten Wohnungsanbieters Kölns ablaufen. In der Praxis bedeutete dies, erst einmal die korrekte Zählerstelle zu lokalisieren, die Messwerte auf Papierlisten zu erfassen und diese dann im Büro digital weiterzuverarbeiten, wie sich Sascha Dujic, Referent fürs Zählermanagement bei der GAG, erinnert: „Wir hatten bisher nur Papier und Stift. Die Ableseergebnisse kamen als riesiger Stapel an und mussten dann händisch in unser ERP-System übertragen werden – was eine große Quelle für Fehler darstellte.“
Bei der Suche nach einer Möglichkeit die manuellen Prozesse zu optimieren, stieß der kommunale Wohnungsanbieter auf die digitale Ableselösung pixometer team des Kölner Softwareentwicklers pixolus. Seit der Einführung der pixometer-App im Jahr 2025 nutzen die Hausmeisterteams der GAG nunmehr ihre Mobiltelefone, um die Strom-, Wasser- und Gaszählerstände per Foto zu dokumentieren und die so gewonnenen Messwerte digital an die ERP-Schnittstelle des Immobilienunternehmens zu übertragen.
Zügig zum Zähler
Bei den Ablesetouren müssen zwar immer noch Menschen in die Liegenschaften hineingehen, doch mit Hilfe der App wird der gesamte Ableseprozess vereinfacht und digitalisiert, erklärt Michael Hausmann, Projektleiter bei der pixolus GmbH: „Die App ist in der Praxis einfach handzuhaben. Der Hausmeister bekommt auf der obersten Ansicht eine Liste derjenigen Gebäude angezeigt, bei denen noch offene Ableseaufträge durchgeführt werden müssen. Spezifische Standort-Hinweise oder weitere relevante Informationen, etwa über einen Zählertausch, sind hier ebenfalls direkt für alle Beteiligten einsehbar.“ Sabrina Funiciello, Sachbearbeiterin im technischen Energiemanagement bei der GAG, betont den praktischen Mehrwert für die tägliche Arbeit: „Alle Zähler sind fest einem Objekt zugeordnet. Falls ein Zähler mal schwer zu finden ist oder ausgetauscht wurde, lässt sich das sofort in der App nachvollziehen. Auch Hinweise können direkt als Mitteilung für die Kolleginnen und Kollegen hinterlegt werden.“ Dies verbessert die Kommunikation zwischen dem Außendienst und der zentralen Gebäudeverwaltung. Zusätzlich sorgen bei der GAG Barcodes an den Zählern dafür, dass die richtige Verbrauchsstelle abgelesen wird – hierfür hat pixometer team einen Barcodescanner als Tool mit in seine Anwendung integriert.
Bitte lächeln
Vor dem korrekten Verbrauchszähler angekommen, braucht der Ablesende nur noch sein Handy vor den Zähler zu halten und die Software löst von selbst ein Ablesefoto aus. Dabei achtet sie darauf, dass nicht doch noch ein störender Finger vor der Linse ist, keine Wackler vorhanden sind oder andere Unschärfen auftreten. Die Bilderkennung der App identifiziert nicht nur den Verbrauchswert, sondern überprüft gleichzeitig zusätzliche Parameter. Eine Frage wie „Ist das wirklich ein Stromzähler?“ ist dabei nur eine der Routinen, die der Algorithmus durchspielt. Ist alles in Ordnung, schickt die App automatisch die Verbrauchswerte samt Foto an den pixolus-Server, von dem aus die Datenpakete über eine API-Schnittstelle an das ERP-System des kommunalen Wohnungsanbieters weitergeleitet werden.
Sonderfall Zweirichtungszähler
Die App kommt beim Kölner Wohnungsanbieter auch zur Ablesung von PV-Anlagen zum Einsatz, wie Michael Hausmann berichtet: „Bei Photovoltaikanlagen erfassen sogenannte Zweirichtungszähler sowohl den Stromverbrauch aus dem Netz als auch die Einspeisung des selbst erzeugten Stroms. Entsprechend wechselt die Anzeige am Zähler in der Regel zwischen verschiedenen Werten, die jeweils durch unterschiedliche OBIS-Codes gekennzeichnet sind. Bei der Ablesung solcher Zähler ist unsere App in der Lage sicher zu stellen, dass eingespeister Strom nicht fälschlicherweise als Verbrauch erfasst wird und umgekehrt. Diese eindeutige Zuordnung ist entscheidend für eine korrekte und nachvollziehbare Abrechnung.“
Der Offline-Online-Trick
Nach Angaben des Softwareunternehmens werden alle gängigen Strom-, Gas-, Wasser-und Wärmezähler automatisch erkannt – und dies auch ohne eine aktive Internetverbindung. Ein wichtiger Punkt in der Praxis, denn in Kellerräumen oder hinter dicken Betonmauern ist oft kein Netz vorhanden. Daher muss die Lösung in der Lage sein, die Daten lokal auf dem mobilen Device „zwischenzuparken“, bis eine Internetverbindung verfügbar ist. Sobald die Anwendung wieder auf ein Netz zugreifen kann, schickt sie die offline erfassten Daten in einem Hintergrundprozess über den pixolus-Server an das Portal des Gebäudebetreuers, ohne dass der Ablesende vor Ort noch aktiv tätig werden muss.
Für den eigentlichen Datentransfer zwischen dem Server des Softwareanbieters und den Kundenportalen stehen dann zwei Möglichkeiten bereit. Bei der ersten Variante handelt es sich um einen klassischen Excel-Export, während die Daten bei der zweiten Methode im JSON-Format über eine REST-API direkt in die Kunden-CRM-oder ERP-Systeme übertragen werden.
https://online.flippingbook.com/view/108534565/46-47/ www.gag-koeln.de